Land Hessen steht zur Nordmainischen S-Bahn

katjaleikert —  27. Juni 2014

Main-Kinzig-Delegation im Gespräch mit Hess. Wirtschaftsminister

In einer zweiten Runde zur Nordmainischen S-Bahn haben sich die Bundes- und Landtagsabgeordneten, Landrat Erich Pipa sowie Stadträte und Bürgermeister und ein IHK Vertreter mit dem Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister, Tarek Al-Wazir, getroffen. Gespräche im Bundesverkehrsministerium im Mai dieses Jahres haben gezeigt, dass die Grundlagenermittlungen zur Realisierung der Nordmainischen S-Bahn einer aktiven Mitwirkung des Landes bedürfen. Der CDU-Landtagsabgeordnete, Heiko Kasseckert, hatte daraufhin ein Gespräch mit dem zuständigen Minister Al-Wazir organisiert. Das Land, machte Tarek Al-Wazir deutlich, habe ein großes Interesse an der Realisierung dieser für den ÖPNV-Knoten Frankfurt wichtigen Verkehrsachse. Die notwendige Standardisierte Bewertung zur Feststellung des Nutzens des Projektes wurde vom Land bereits beauftragt. Mit der Vorlage der Bewertung rechnet das Ministerium im Spätsommer. Im Anschluss daran soll eine Abstimmung mit der vom Bundesverkehrsministerium erstellten Mittelrhein-Studie erfolgen. Dies wird notwendig, so die CDU-Bundestagsabgeordnete, Katja Leikert, weil zur Finanzierung des Projektes auch Mittel des Bundes eingesetzt werden müssen. Dazu, so Leikert, müsse ein positiver Nutzen des S-Bahn-Projektes für den Fernverkehr nachgewiesen werden, wovon nach derzeitiger Information alle Teilnehmer ausgehen.

Für Minister Al-Wazir steht außerdem die Kostentragung zwischen Land, Bund und Kommunen des aktuell auf 622 Mio. Euro geschätzten Neubauprojektes ganz oben auf der Tagesordnung. Er kündigte dazu in den nächsten Wochen Gespräche im Bundesverkehrsministerium an. Das Land strebe eine prozentuale Beteiligung des Bundes an. Die restlichen Kosten wären dann von Land und den beteiligten Kommunen Frankfurt, Hanau und Maintal zu tragen.

Auf dem Weg zur Realisierung sind jedoch auch Planungshindernisse zu überwinden. So befindet sich beispielsweise im Gebiet der Stadt Frankfurt auf dem künftigen Trassenverlauf der S-Bahn ein genehmigtes Hochhausprojekt. „Die technischen Möglichkeiten und der Ausgleich von Mehrkosten müssen dazu frühzeitig geklärt werden“, sagte Al-Wazir. Für diesen Bauabschnitt soll Ende des Jahres eine Offenlage der Planung erfolgen. Für die Bereiche Hanau und Maintal ist die Offenlage bereits angelaufen.

Alle Beteiligten beurteilten das Gespräch und die Ergebnisse als positiv und mit Grund zu Optimismus. „Es gilt jetzt, so Heiko Kasseckert, am Ball zu bleiben und die Umsetzung der nächsten Schritte zu überwachen“. Dazu sollen die Bundes- und Landtagsabgeordneten zu den Arbeitssitzungen des Runden-Tischs des Landes eingeladen werden. Als nächste Meilensteine werden nun die Vorlage der Standardisierten Bewertung und der Mittelrhein-Studie erwartet. Im Jahr 2015 steht dann die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan an. „Mit der Nordmainischen S-Bahn ist es gelungen, dass parteiübergreifend die Akteure aus Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen“, freut sich der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Erich Pipa, der die Realisierung des Projektes damit ein Stück näher gekommen sieht.