Das Thema gehört in die Mitte der Gesellschaft

17. August 2014

Besuch des Demenz-Tageszentrums auf Burg Wonnecken

Alzheimer-Gesellschaft Bild 1Eine Gruppe um die Bundestagsabgeordnete für Hanau und Region, Dr. Katja Leikert (CDU), hat das Tageszentrum für Demenzkranke in der Burg Wonnecken in Nidderau besucht. Die Einrichtung wurde 2003 auf der Grundlage eines langfristigen Mietvertrags in Betrieb genommen und bietet Platz für 13 Betroffene. In 2013 wurde das Tageszentrum um die Pflegeoase erweitert, um Betroffene wegen ihres fortgeschrittenen Krankheitsbildes eine besondere Betreuung zu bieten. Getragen wird das Tageszentrum von der im Jahr 1999 gegründeten Alzheimer Gesellschaft Main-Kinzig e. V. Rund 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Voll- und Teilzeit beschäftigt, bemühen sich um das Wohl der Betroffenen.

Hans Burckhardt, 1. Vorsitzender, und Wolfgang Kittel, 2. Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft, haben beide jahrelang selbst Familienangehörige gepflegt und über ihre Erfahrungen mit Demenz sehr konkret und einfühlend berichtet. Ziel des Vereins ist, die betroffenen Menschen und ihre pflegenden Angehörigen zu unterstützen und den Um-gang mit der Krankheit durch Nutzung verschiedener Angebote zu erleichtern.

Eine der ersten Maßnahmen des Vereins war die Gründung von Betreuungsgruppen im Raum Hanau und Schlüchtern. Durch wirksame Unterstützung verschiedener Institutionen und Privatpersonen konnten die Pläne für ein Tageszentrum und dessen Erweiterung im vergangenen Jahr realisiert werden. Dabei haben das Land Hessen und der Bund durch finanzielle Beteiligungen bei den Investitionen die Einrichtung erst möglich gemacht. Hans Burckhardt ist es besonders wichtig, den vielen privaten Spendern zu danken, deren beachtenswerter Anteil die Einrichtung auch wesentlich unterstützte. Einen Glücksfall nennt Burckhardt die Unterbringung im besonderen Ambiente der Burg Wonnecken.

Dr. Katja Leikert, die dem Ausschuß für Gesundheit des Deutschen Bundestages als ordentliches Mitglied angehört, haben die Schilderungen sehr berührt. „Aus diesen Erzählungen und Erlebnissen wird sehr deutlich, dass der Umgang mit der Krankheit für die Betroffenen, sowohl der Patienten als auch deren pflegende Partner, eine besondere Belastung bedeutet, für die dringend Unterstützung aus der Gesellschaft notwendig ist“, so die Gesundheitspolitikerin.

In einer alternden Gesellschaft trifft die Krankheit immer mehr Menschen. Rund 1,2 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland sind von Demenz betroffen, Schätzungen gehen gar von einer Verdoppelung der Zahl bis 2050 aus. Im Main-Kinzig-Kreis sind ungefähr 4.000 Menschen von der heimtückischen Krankheit betroffen, rund 8.000 wären es dann in 35 Jahren. Diese Entwicklung stellt eine besondere Herausforderung für unsere Gesellschaft dar.

„Das Thema gehört für mich mitten in die Gesellschaft. Es muß offen und sensibel mit dem Thema umgegangen werden“, unterstreicht die Bundestagsabgeordnete. „In Berlin arbeiten wir deshalb an einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, um den betroffenen Menschen in allen Lebenslagen von der häuslichen bis zur stationären Pflege besser gerecht zu werden“, berichtet Dr. Katja Leikert in diesem Zusammenhang aus ihrer aktuellen politischen Arbeit in Berlin.

Teilnehmer des Besuchs der Tagespflegeeinrichtung auf Burg Wonnecken waren außer den erwähnten Herren: Landtagsabgeordneter Hugo Klein, Dietmar Hussing, Abteilungsleiter für Familie, Bildung und Soziales der Stadt Bruchköbel, Reiner Keim, CDU-Vorsitzender Bruchköbel, Konrad Jung, CDU-Vorsitzender Schöneck, Günter Woltering, Landesgeschäftsführer Paritätischer Wohlfahrtsverband Hessen sowie Hans Ludwig Beeser, Vorstandsmitglied der Alzheimer Gesellschaft Main-Kinzig e. V. und Initiator des Besuchs.