Hausärztliche Versorgung sicherstellen

25. September 2014

2014-09-25 Dr. Katja Leikert - Ulrich Dehmer Ärztenetz I
Dr. Katja Leikert im Gespräch mit Dr. Ulrich Dehmer vom Ärztenetz Spessart

Zu einem Gespräch kamen die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert (CDU) und Dr. med. Ulrich Dehmer vom Ärztenetz Spessart zusammen. Thema war insbesondere die Hausärztliche Versorgung im Main-Kinzig-Kreis und die Arbeit des Ärztenetzes. Wie die Bundespolitikerin dabei unterstrich, kann es in absehbarer Zeit auch im Main-Kinzig-Kreis zu Problemen bei der Ärzteversorgung kommen. Katja Leikert, die dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages angehört, informierte sich deshalb bei Ulrich Dehmer über die Zukunft der ärztlichen Versorgung und die notwendigen Voraussetzungen, um in diesem Bereich nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Das Ärztenetz ist ein Verbund freier Haus- und Facharztpraxen sowie weiteren Gesundheitseinrichtungen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die wohnortnahe medizinische Versorgung in der Region zu erhalten und auf qualitativ hochwertigem Niveau zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger in der Region weiterzuentwickeln. Das Netzwerk ist eines von neun Modellprojekten, die vom Hessischen Sozialministerium gefördert werden. Wie Ulrich Dehmer, Vorstandsmitglied im Ärztenetz Spessart, berichtet, habe man sich in Kooperation mit den Main-Kinzig-Kliniken und dem Kreisgesundheitsamt für die Förderung beworben. Die Förderung für die ausgewählten Modellprojekte wird für den Auf- und Ausbau sogenannter regionaler Gesundheitsnetze vergeben. 800.000 Euro hat das Land Hessen insgesamt für die neun Modellversuche vorgesehen.

Deutlich wurde die Problematik angesprochen, dass immer weniger Ärzte als Allgemeinmediziner vor Ort arbeiten wollen. Man müsse deshalb über verschiedene Anreize oder Erleichterungen nachdenken, um die Nachfolge in den Arztpraxen insbesondere für junge Mediziner zu erleichtern und attraktiver auszugestalten, ist Ulrich Dehmer überzeugt. Derzeit beteiligen sich etwa die Main-Kinzig-Kliniken und der Hausärzteverband gemeinsam mit dem Ärztenetz Spessart in einem speziell entwickelten Programm an der Aus- und Weiterbildung von angehenden Hausärzten, mit dem gezielt jungen Mediziner angesprochen werden sollen.

„Schon jetzt führt die Aufgabe einer Praxis häufig dazu, dass keine Nachfolge gefunden wird und Patienten weite Wege zurücklegen müssen, um zu einer Arztpraxis zu gelangen“, so Leikert. Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch einmal deutlich verschlechtern, deshalb muss hier mit den verschiedenen Versuchen nach gemeinschaftlichen Lösungen gesucht werden. „Erhalt und Verbesserung der wohnortnahen medizinischen Versorgung müssen im Fokus stehen. Es gilt, die hausärztliche Versorgung auch für die Zukunft sicherzustellen“, so die Bundespolitikerin. In diesem Zusammenhang kündigte Leikert an, dass die Regierungskoalition in Kürze ein neues Versorgungsstrukturgesetz auf den Weg bringen wird, das Regelungen für die Verbesserung der ärztlichen Versorgung beinhalten soll.