Pflegende Angehörige unterstützen

katjaleikert —  15. Oktober 2014

Dr. Katja Leikert über bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eines der besonders wichtigen Themen der Gegenwart. Häufig unerwähnt bleibt in diesem Zusammenhang die schwierige Situation vor der manche Familien stehen, wenn die Pflege eines Angehörigen noch dazu kommt und in den Alltag integriert werden muss. Dr. Katja Leikert (CDU), Bundestagsabgeordnete für Hanau und Region und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit weist auf diese besondere Problematik hin.

Rund 2,6 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Etwa  bei der Hälfte wird diese Aufgabe von den Angehörigen übernommen. Nicht selten müssen viele Menschen wegen einer familiären Pflegesituation ihren Alltag grundlegend verändern, sie müssen oft kurzfristig eine erforderliche professionelle Unterstützung organisieren oder auch selbst für längere Zeit die häusliche Pflege übernehmen. Dies stellt die betreuenden Personen insbesondere dann vor große Herausforderungen, wenn sie berufstätig sind. Vor allem Frauen sind von dieser Mehrbelastung betroffen. Denn nach wie vor wird die familiäre Pflege vorwiegend von Frauen geleistet.

Es ist anzunehmen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen und damit auch die Zahl der mit dem Thema konfrontierten Angehörigen in der Zukunft noch einmal deutlich steigen werden. Das Familien- sowie das Arbeits- und Sozialministerium haben sich mit diesem Sachverhalt beschäftigt und mit dem Entwurf eines neuen Gesetzes reagiert, mit dem Ziel, Verbesserungen und Erleichterungen für die betroffenen Menschen zu erreichen, hier insbesondere die Rahmenbedingungen zu schaffen, um eine Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

Wie Katja Leikert informiert, stehen hier als Maßnahmen die Inanspruchnahme einer künftig klar geregelten Freistellungszeit und eine Kompensation für Verdienstausfall in der Diskussion. Zur Organisation der Pflegemaßnahmen sollen künftig 10 Tage Arbeitsfreistellung ohne Verdienstausfall gesetzlich festgeschrieben werden. Weiter ist geplant, einen Anspruch auf eine Freistellung an der Arbeitsleistung für bis zu 24 Monaten neu einzuführen. Auch die Gewährung eines zinslosen Darlehens über einen längeren Zeitraum soll aufgenommen werden. Von einem Expertenbeirat soll das Verfahren begleitet werden, um auf Veränderungen der Situation reagieren und stetige Verbesserungen diskutieren und zeitnah umsetzen zu können.

„Es ist dringend erforderlich sich dieser Situation, in der sich schon heute viele Familien befinden, anzunehmen und wichtige Hilfestellungen zu geben“, ist Leikert überzeugt. „Familie und Pflege dürfen für eine Erwerbstätigkeit kein Hindernis sein. Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe hier eine Vereinbarkeit zu erleichtern. Die Situation für pflegende Angehörige ist schwer genug, es gilt deshalb Hürden abzubauen und zu unterstützen, das ist auch Aufgabe des Gesetzgebers“, so die Bundespolitikerin abschließend.