Runder Tisch Kinderpalliativmedizin

8. November 2014

Runder Tisch berät über Unterstützung von Familien mit unheilbar erkrankten Kindern

„Gerne habe ich Ihre Anregung für einen ‚Runden Tisch‘ aufgegriffen. Die Inhalte und Handlungsempfehlungen, die wir heute besprechen, werde ich als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit des Bundestages in die politische Arbeit einbringen“, eröffnete Dr. Katja Leikert, die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Hanau, den ‚Runden Tisch‘ zum Thema „Versorgung unheilbar kranker Kinder im häuslichen Bereich – Probleme und Lösungsansätze“.

Eileen Kappeler, die Vorsitzende des Bruchköbeler Vereins LaLeLu e.V., dankte Frau Dr. Leikert für die Einladung. „Ich bin so froh, dass sich ein hochkarätig besetzter ‚Runder Tisch‘ um die drängenden Fragen zu diesem Thema annimmt“, so Eileen Kappeler, Vorsitzende des Bruchköbeler Vereins LaLeLu e.V.

Wenn Kinder plötzlich unheilbar erkranken, bricht für die Eltern eine Welt zusammen. Dem Schock der Diagnose folgt sehr schnell die Frage: Wie soll es weitergehen und an wen können wir uns wenden? „Jede Familie bewältigt ein ganz individuelles Schicksal, und deshalb benötigt jede Familie ganz individuelle Unterstützung. Unser durchaus gut ausgebautes Gesundheitswesen wird jedoch als Maschinerie mit standardisierten Abläufen wahrgenommen. Wie schaffen wir eine Brücke, damit Familien möglichst weich fallen, wenn eine lebensverkürzende Erkrankung diagnostiziert wird?“, brachte Eileen Kappeler das zentrale Anliegen auf den Punkt.

Dieser Frage nahm sich der ‚Runde Tisch‘ an. Dr. Katja Leikert, Bürgermeister Günter Maibach, Dr. Siegfried Giernat, Leiter des Gesundheitsamts des Main-Kinzig-Kreises, Dr. Sabine Becker, Ärztin beim KinderPalliativTeam Südhessen, Holger Fiedler, Fachkraft Palliativ-Care beim KinderPalliativTeam Südhessen, Stefan Wenzel vom Verein Ava, Heike Heil, betroffene Mutter, Anfia Schubert, ehrenamtliche Familienbegleiterin bei LaLeLu und Eileen Kappeler diskutierten intensiv über Problemstellungen und pragmatische Lösungswege.

Fünf inhaltliche Schwerpunkte bestimmten die Diskussion: Haushaltshilfen in betroffenen Familien, Integrationshilfe in Kindergärten und Schulen, Problematik und Besonderheit der Pflegeeinstufung bei Kindern, notwendige Betreuungsleistungen und die Bereitstellung notwendiger Hilfsmittel. Vor dem Hintergrund, dass der klassische Familienverbund oft nicht mehr besteht und häufig auch Alleinerziehende ein unheilbar erkranktes Kind zu betreuen haben, können sehr schnell extreme Belastungssituationen entstehen.

Die engagiert geführte Diskussion erbrachte keine einfachen Patentlösungen. Gleichwohl wurden Handlungsempfehlungen konkretisiert, die von entsprechenden Gremien aufgenommen und weiterbearbeitet werden können. „Ich habe einen guten Eindruck von den Problemfeldern gewonnen, womit Familien in extremen Belastungssituationen zu kämpfen haben, und werde mich in meiner politischen Arbeit dafür einsetzen, dass wir hier gute Lösungen finden“, versprach Frau Dr. Leikert.

„Wir sind sehr froh, dass wir hier in Bruchköbel mit unserem Schirmherrn, Bürgermeister Maibach, und Frau Dr. Leikert sehr engagierte Menschen an unserer Seite haben. Dieser ‚Runde Tisch‘ war hilfreich und wertvoll und wir nehmen Ihre Einladung, Frau Dr. Leikert, gerne an, uns im nächsten Jahr wieder hier zu einem weiteren ‚Runden Tisch‘ zu treffen“, so Eileen Kappeler abschließend.