Hilfe und Beratung für Kriminalitätsopfer

katjaleikert —  5. Februar 2016
2016-02-04%20Dr.%20Katja%20Leikert%20-%20Gespr%c3%a4ch%20WEISSER%20RING

Robert Stauch und Dr. Katja Leikert

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert hat sich in einem Gespräch über den Verein „WEISSER RING e.V.“ informiert. Robert Stauch, Leiter der Außenstelle Main-Kinzig, hat der Bundespolitikerin die Arbeit des Weißen Rings vorgestellt. Als gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten wurde der WEISSE RING e.V. im Jahr 1976 gegründet und ist Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. Initiator und Mitbegründer war der Journalist und Fernsehmoderator Eduard Zimmermann, der durch die Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ bekannt wurde. Der Verein finanziert seine Opferarbeit in erster Linie durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. 

„Wir verstehen uns als Anlaufstelle für alle Kriminalitätsopfer und ihre Angehörigen, die unter seelischen, körperlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Straftat zu leiden haben. Schon die oft verharmlosten Eigentumsdelikte bedeuten für viele Menschen einen schweren Eingriff in die persönlichen Lebensumstände“, erläutert der pensionierte Polizeibeamte Robert Stauch im Gespräch mit der Bundespolitikerin. Das öffentliche Interesse gelte nach Straftaten häufig nur dem Tatgeschehen, der Persönlichkeit des Täters, seiner Verfolgung und Verurteilung. „Es muss aber vor allem auch an die betroffenen Opfer gedacht werden. Dies betrifft in besonderer Weise die Opfer von Sexualstraftaten“, betont Stauch.

In diesem Zusammenhang sprachen Katja Leikert und Robert Stauch über die im vergangenen Jahr neu vereinbarte Kooperation einiger hessischer Kliniken, die sich zum landesweiten Hilfs-Netzwerk von Gewaltopfern, dem sogenannten „Trauma-Netzwerk“ zusammengefunden haben. Das sei ein wichtiger Schritt zu einer Verbesserung der Situation. Die körperliche und psychologische Versorgung von Gewaltopfern sei dadurch verstärkt in den Blick genommen worden.

„Kriminalitätsopfer brauchen schnelle und unbürokratische Unterstützung. Wir übernehmen deshalb eine Lotsenfunktion und zeigen fallbezogen die für Geschädigte oft nur schwer erkennbaren Unterstützungsmöglichkeiten auf“, so Robert Stauch. Die rechtliche und soziale Situation der Geschädigten müsse spürbar verbessert werden. Dazu gehöre auch eine deutliche Verbesserung und Beschleunigung der Verfahren nach dem Opferentschädigungsgesetz. Mit Vorträgen und Aktionstagen, besonders zu den Themen Cyber-Mobbing und Zivilcourage, ist der WEISSE RING e.V. auch in Schulen präsent und betreibt dort wichtige Aufklärungsarbeit.

„Der WEISSE RING hat eine Funktion von unschätzbarem Wert. Mit ihrer Arbeit leisten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einen wichtigen Beitrag und sorgen für ein stärkeres Bewusstsein in Gesellschaft und Politik für die Situation der durch Kriminalität Geschädigten“, fasst Katja Leikert zusammen.