Wichtige Aufgabe als Fürsprecherinnen der schwangeren Frauen

13. September 2016
V.l.n.r.: Dr. Katja Leikert, Dagny Misera, Gabriele Kopp und Susanne Rau

V.l.n.r.: Dr. Katja Leikert, Dagny Misera, Gabriele Kopp und Susanne Rau

 

Dr. Katja Leikert im Gespräch mit Vertreterinnen der Hebammen

Zu einem gemeinsamen Austausch ist die Bundestagsabgeordnete für Hanau und Region, Dr. Katja Leikert (CDU), mit Vertreterinnen der Hebammen zusammen-gekommen. Leikert, die Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages ist, konnte mit Dagny Misera (Referentin beim Deutschen Hebammenverband), Gabriele Kopp (erste Vorsitzende des Hessischen Hebammenverbandes) und mit Susanne Rau, die als Hebamme in Leikerts Wahlkreis tätig ist, ein breites Themenfeld besprechen.

Im Mittelpunkt der Arbeit der Hebammen steht das Wohl der werdenden Mütter und ihrer Kinder. Ziel sei es, eine bestmögliche Betreuung und Unterstützung der Frauen sowohl in der Schwangerschaft, bei der Geburt und auch in der sogenannten Wochenbettbetreuung in einer wichtigen Lebensphase zu begleiten. Die Hebammen sind damit Fürsprecherinnen der schwangeren und gebärenden Frauen und leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen gesellschaftlich relevanten Beitrag zur Frauen- und Familiengesundheit.

Wie in den medizinischen Pflegeberufen, wird auch bei den Hebammen über Veränderungen beim künftigen Ausbildungsverfahren beraten. Aktuell befindet man sich auf dem Weg zu einer Akademisierung. Der Beruf der Hebammen steht damit vor einem Wandel. Geplant ist es, die bestehenden Hebammenschulen nur noch bis zum Jahr 2020 weiterzuführen. An ihre Stelle soll eine akademische Ausbildung in der Hebammenkunde treten, die künftig an ausgewählten Hochschulstandorten belegt und mit einem akademischen Grad abgeschlossen werden kann. Für Hessen ist bereits der Hochschulstandort Fulda zuständig, an dem Hebammenkunde als Studienfach belegt werden kann. Der erste Jahrgang hat sein Studium dort bereits abgeschlossen. Wie Leikert erfuhr, sehe man von Seiten der Hebammenverbände jedoch die Notwendigkeit, einen zweiten Standort zu etablieren.

Ein weiteres Gesprächsthema waren die spezifischen Schwierigkeiten der Hebammen durch die ungewöhnlich hohe Berufshaftpflichtversicherung. Die Summe liege in der Regel oberhalb von 6.800 Euro für die geburtshilflich tätigen Hebammen und stelle im Vergleich zur Verdienstsituation über die Gebührenordnung mit den Krankenkassen eine besondere Belastung dar. Im nächsten Jahr sei sogar eine Erhöhung der Versicherungsbeiträge auf über 7.000 Euro zu erwarten. Hier wünsche man sich eine Neubewertung der Gebührensätze, um die Verdienstsituation zu verbessern.

Jede schwangere Frau habe das Anrecht auf eine Hebamme und eine möglichst gute persönliche Betreuung und Unterstützung. Dies auch für die Zukunft sicherzustellen sei Aufgabe von vorausschauendem politischem Handeln. Darüber waren sich alle Gesprächspartnerinnen einig. Es gelte deshalb, den Berufsstand der Hebammen in den politischen Diskussionen und Entscheidungen im Gesundheitsbereich zu berücksichtigen und nicht aus den Augen zu verlieren. Hervorgehoben wurde im Gespräch jedoch, dass man bei Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sehr wohl der Eindruck habe, dass dieser die Anliegen der Hebammen im Blick habe. Abschließend dankte Dr. Katja Leikert für das offene Gespräch. Alle Beteiligten vereinbarten, sich über die künftigen Entwicklungen auszutauschen und im Herbst dieses Jahres in Berlin zu einem weiteren Gesprächstermin mit dem Bundesverband der Hebammen zusammenzukommen.