Pflegestärkungsgesetze stellen großangelegte Reform dar

9. Januar 2017
V.l.n.r.: Saadet Sen, Torsten Hammann, Linda Klein, Dr. Katja Leikert und Carmen Bube.

V.l.n.r.: Saadet Sen, Torsten Hammann, Linda Klein, Dr. Katja Leikert und Carmen Bube.

 

Dr. Katja Leikert besucht AWO-Sozialzentrum in Bruchköbel

Politischen Besuch erhielt kürzlich das AWO-Sozialzentrum Bruchköbel von der Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert (CDU). Bei einem Rundgang durch die Einrichtung konnte Leikert, die dem Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages angehört, einen guten Überblick gewinnen und sich im Gespräch über die aktuelle Situation im Bereich der Pflege informieren. An einem anschließenden Austausch nahmen die Einrichtungsleiterin Carmen Bube, der Generalbevollmächtigte des AWO-Bezirksverbandes Hessen-Süd und seiner Gesellschaften, Torsten Hammann, und die Fachbereichsleiterin Senioren des AWO-Verbandes, Saadet Sen, teil.

Der Bezirksverband Hessen-Süd der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt insgesamt 17 Pflegeeinrichtungen und beschäftigt allein im Bereich der Pflege rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das AWO-Sozialzentrum Bruchköbel verfügt über 88 vollstationäre Plätze, bietet zudem die Möglichkeit auf Kurzzeitpflegeplätze. Wie Leikert weiter erfuhr, würden aktuell umfassende Bauarbeiten vorgenommen, um das Sozialzentrum weiter den Wünschen und Anforderungen der Patienten anzupassen. Der Trend gehe immer stärker weg vom Doppelzimmer hin zum Einzelzimmer. Diesem Umstand wolle man in Bruchköbel künftig verstärkt Rechnung tragen.

Einrichtungsleiterin Carmen Bube hob im Gespräch besonders hervor, dass man besonderen Wert auf ein gutes Verhältnis zu den umliegenden Nachbarn legen würde. Man wolle ein offenes Haus sein, das für ein Miteinander der Generationen eintrete. Das Café des Sozialzentrums sei deshalb für jedermann geöffnet. Besonders stolz sei man auch auf die gut funktionierende Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen. Von Praktikumsvermittlung im Bereich der Pflege, über gemeinsame Projekte, wie die von Schülerinnen und Schülern angelegten Pflanzbeete im Garten oder die ebenfalls von den Schulen gestalteten Wände im Eingangsbereich des Sozialzentrums, profitiere man von dem Miteinander der Generationen.

Im Bereich der umfangreichen Dokumentationspflicht in der Pflege habe jüngst eine Neuerung Einzug in die Einrichtung gehalten. Mit der Umstellung auf die elektronische Dokumentation habe sich die alltägliche Arbeit laut Aussagen der Mitarbeiter bereits verändert. Diese Vereinfachung bei der Dokumentationspflicht sei ein wesentlicher Faktor, um für die Arbeit mit den Bewohnern mehr Zeit zu haben. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist Katja Leikert, die als Berichterstatterin im Bereich eHealth für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fungiert, ein wichtiges Anliegen. Als Ziel definierte Leikert deshalb die Integration der Pflege in die Telematik-Infrastruktur, um den Austausch unter den unterschiedlichen Akteuren verbessern und so die Arbeit möglichst individuell auf die Bewohner abstimmen zu können.

Vor dem Hintergrund der Verabschiedung der drei Pflegestärkungsgesetze nutzte Leikert das Gespräch, um die Zielsetzung der neuen Regelungen zu unterstreichen: „Mit den Pflegestärkungsgesetzen haben wir eine großangelegte Reform im Bereich der Pflege eingeleitet, von deren Änderungen alle Betroffenen profitieren. Ab 2017 stehen jährlich 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege zur Verfügung. Die Pflegeversicherung ist damit um etwa 20 Prozent leistungsfähiger. So erhalten gerade Menschen mit Demenz erstmals einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung. Das Ziel ist klar definiert: mehr Leistungen für Pflegebedürftige, mehr Entlastung und Sicherheit für pflegende Angehörige und mehr Zeit für Pflegekräfte. Die drei Pflegestärkungsgesetze schaffen jetzt die Voraussetzungen dafür, dass Pflege in der Zukunft auf einem hohen Niveau gewährleistet und den individuellen Bedürfnissen angepasst werden kann. Es gilt das politisches Versprechen, dass alle von diesen Reformen profitieren, niemand wird schlechter gestellt“, so Leikert.

Im Rahmen des Rundgangs war man auch auf den Fachkräftemangel in der Pflege und die Ausbildungs- und Verdienstsituation zu sprechen gekommen. Bei der Auszubildenden Linda Klein konnte sich Leikert einen sehr persönlichen Eindruck von der Ausbildungssituation geben lassen. Vor dem Hintergrund des viel diskutierten Fachkräftemangels im Bereich der Pflege bezeichnete sie das Gespräch als wirklichen Lichtblick und lobte sowohl die AWO für die Bezahlung nach klarer Tarifstruktur als auch die Kooperation mit den Schulen als Teil einer guten Personalpolitik der Einrichtungsleitung. Abschließend vereinbarten alle Gesprächsteilnehmer einen baldigen Folgetermin, um weiterhin im engen Austausch miteinander zu bleiben.