Bericht aus Berlin vom 24. Mai 2017

katjaleikert —  24. Mai 2017

Das Medizinstudium in Deutschland steht vor einer grundlegenden Reform. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheits- und der Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktionen des Deutschen Bundestages haben mit dem sogenannten „Masterplan Medizinstudium 2020“ wichtige Eckpunkte für die zukünftige Ausrichtung beschlossen. Das Medizinstudium und die medizinische Versorgung werden damit an zukünftige Herausforderungen angepasst. Die einzelnen Maßnahmen stellen eine Neustrukturierung dar, bei der insbesondere ein stärkerer Praxisbezug, eine Stärkung der Allgemeinmedizin und soziale Kompetenzen im Vordergrund stehen. Es ergeben sich Veränderungen bei der Studienstruktur sowie den Ausbildungs- und Prüfungsinhalten. Beispielsweise soll die Zulassung zum Medizinstudium stärker auf die Anforderungen der ärztlichen Tätigkeiten ausgerichtet werden. Neben der Abiturnote sollen von den Hochschulen künftig weitere Kriterien bei der Studierendenauswahl zugrunde gelegt werden. Soziale und kommunikative Kompetenzen sowie eine besondere Motivation für das Medizinstudium werden als Auswahlkriterium mehr Gewicht erhalten. Um die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen für die Zukunft zu sichern, werden zudem Anreize für den hausärztlichem Nachwuchs gesetzt. So können die Länder künftig bis zu 10 Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber für einen Studienplatz bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigen, wenn sich diese vorab verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen tätig zu sein. Der „Masterplan Medizinstudium 2020“ setzt in der Ausrichtung des Studiums außerdem auf einen stärkeren Praxisbezug und eine Stärkung der Allgemeinmedizin. Da das Gespräch zwischen Arzt und Patient als mitverantwortlich für den Behandlungserfolg gilt, sollen kommunikative und soziale Fähigkeiten für die Interaktion zwischen Arzt und Patient wesentlichen Raum im Medizinstudium einnehmen. Ferner soll das Studium auf die Zusammenarbeit von mitbehandelnden Ärzten anderer Fachrichtungen sowie mit Angehörigen anderer Gesundheitsberufe vorbereiten.