Hier wird unverzichtbare Arbeit geleistet

22. August 2017

Leikert besucht Bezirksgruppe des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hanau

Vergangene Woche besuchten die Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert und die Hanauer Kreistagsabgeordnete Srita Heide (beide CDU) die Leiterin der Bezirksgruppe Hanau des Blinden- und Sehbehindertenbundes Hessen e.V. (BSBH), Silvia Schäfer. Im Gespräch tauschte man sich über die Arbeit der Bezirksgruppe und die Bedürfnisse der Betroffenen aus. In Hanau wurden in den vergangenen Jahren mit Blick auf die Sicherheit für Menschen mit Sehbehinderungen deutliche Verbesserungen erzielt. Zentrale Kreuzungen wurden demnach mit akustischen Signalen ausgestattet, Leitliniensysteme und akustische Fahrgast-Infos am Busbahnhof eingeführt und mit speziellen Rillen ausgestattete Bodenplatten an Stellen verlegt, wo die Orientierung für Blinde und Sehbehinderte schwierig ist.

„Wir wollen gesehen werden“ ist das Motto des Hessischen Blinden- und Sehbehindertenbundes. In diesem Sinne arbeitet die Bezirksgruppe Hanau mit ihrem Förderverein TIBS e. V. (Technische Informations- und Beratungsstelle), die ebenfalls von Silvia Schäfer geleitet wird. Mit großem Engagement werden hier Schulungen für diverse Hilfsmittel angeboten, die Blinden und Menschen mit Sehbehinderungen helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Gewissermaßen in Eigenregie werden hier „akustische Bedienungsanleitungen“ erstellt, die den Betroffenen beispielsweise im Umgang mit Smartphones helfen und die auch bereits außerhalb der Bundesrepublik Beachtung gefunden haben. Sprachassistenten wie „Siri“ sind demnach zwar nützliche Helfer, bieten allerdings noch keine lückenlose Unterstützung, da für gewisse Dienste, sowohl eine gute Internetverbindung, als auch eine einwandfreie Aussprache ohne Hintergrundgeräusche notwendig ist. „Siri kann nicht alles, Siri will auch nicht immer“, so Schäfer.

Auch die ärztliche Versorgungssituation in Hanau und Umgebung war Gesprächsgegenstand und laut Schäfer noch verbesserungsbedürftig. So kam unter anderem der Nachteilsausgleich für Sehbehinderte zur Sprache. Da die Frist des Nachteilsausgleiches 2019 in Hessen ausläuft, jedoch für die Betroffenen eine zentrale und wichtige Unterstützung ist, setzt sich die Bezirksgruppe des Blinden– und Sehbehindertenverbandes hier für eine Verlängerung der Frist ein. Besonders im Bereich der Elektrogeräte im Haushalt bemängelt Silvia Schäfer die fehlende Rücksicht auf die Bedürfnisse der Sehbehinderten. „Selbst Küchengeräte haben heute immer öfter ein Touchscreen, das wegen fehlender Tasten nicht von Sehgeschädigten bedient werden kann“, beschreibt sie die Situation.