Im Schatten von Corona: Zwei Monate nach dem Anschlag von Hanau

Gerade einmal zwei Monate ist es her, dass ein rassistischer Anschlag mit zehn Toten Hanau erschüttert hat. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Thema und die Frage, was dieses katastrophale Ereignis für die Menschen vor Ort – mit oder ohne Migrationshintergrund – bedeutet, sehr schnell aus den Schlagzeilen und der öffentlichen Diskussion verschwunden. Dabei sei gerade jetzt der Dialog besonders wichtig, findet die Hanauer Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert. Umso mehr freute sich die CDU-Politikerin über die Einladung der örtlichen Ahmadiyya-Gemeinde zu einem Gespräch, das jetzt – Corona-konform mit entsprechendem Sicherheitsabstand – in der 2015 eröffneten Bait-ul-Wahid Moschee im Hanauer Hafen stattfand.

Auch dort ruht das Gemeindeleben derzeit, was aber von den Gläubigen verstanden und akzeptiert werde, so die Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde. Mit  Nawid Ahmad (Landesbeauftragter AMJ Hessen), Wahaj Bin Sajid (Abteilung Externe Angelegenheiten), Janjua Husney Ahmad (Präsident Lokalgemeinde Hanau), Adnan Mustafa (Öffentlichkeitsbeauftragter AMJ Hanau) und Gemeindemitglied Adil Tahir tauschte sich Leikert ausführlich über die Rolle von Muslimen in der Gesellschaft, das Wiedererstarken des Rechtsextremismus sowie das Zusammenleben in einer Stadt wie Hanau, mit Bürgerinnen und Bürgern aus vielen verschiedenen Nationen, aus.

Auch die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde sehen sich mit Alltagsrassismus konfrontiert. Allerdings werden aus ihrer Sicht häufig negative Ereignisse, aber zu selten die positiven Aspekte einer multikulturellen Gesellschaft in den Fokus gerückt. Einig waren sich alle Beteiligten, dass das Thema Bildung ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist. Die Ahmadiyya-Gemeinde sieht sich nicht in der Opferrolle, sondern will das gesellschaftliche Leben vor Ort aktiv mitgestalten. Darum sucht sie regelmäßig Kontakt zu Parteien und Entscheidungsträgern. Gemeinsam mit Vertretern der Politik werben die Gemeindemitglieder für ein friedliches Zusammenleben und wollen im Kampf gegen den aufkeimenden Rechtsradikalismus sensibilisieren. Katja Leikert bedankte sich für das offene und vertrauensvolle Gespräch und sagte bei Fragen oder Problemen auch künftig ihre Unterstützung zu.

 

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