Die Krise auch als Chance begreifen

Wenn in wenigen Tagen die Sommerferien beginnen, dann liegt auch hinter der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel ein mehr als ungewöhnliches zweites Halbjahr. Über Unterricht in Zeiten von Corona sprach die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert mit Schulleiter Ernst Münz, dessen Stellvertreterin Renate Weimert und dem Stufenleiter 9/10, Martin Schneider.

Die langsame Rückkehr zum Regelunterricht gelingt nach Einschätzung der Schulleitung bislang gut. Neben dem Tragen von Masken und der Einhaltung der Abstandsregelung sorgt das Benutzen von unterschiedlichen Ein- und Ausgängen dafür, dass sich die unterschiedlichen Lerngruppen nicht zu nahe kommen. Auch an der Böll-Schule wechseln sich Präsenztage und der Unterricht von Zuhause weiterhin ab. In den Pausen bleiben die höheren Jahrgänge in ihren Räumen, die jüngeren Schüler gehen zeitversetzt auf den Pausenhof. Auch in den Reihen der Lehrerschaft ist ein stückweit Normalität eingekehrt; mussten anfangs etwa 20 von 80 Lehrkräften aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe zu Hause bleiben, sind mittlerweile immer mehr Lehrerinnen und Lehrer für das Unterrichten vor Ort zurückgekehrt.

Organisatorisch bleibt die Umstrukturierung allerdings eine Herausforderung, beispielsweise wird der Unterricht ab der Jahrgangsstufe 7 mehr und mehr in Kursen erteilt. Probleme entstehen insbesondere dann, wenn Schülerinnen und Schüler aus einer Klasse verschiedene 2. Fremdsprachen gewählt haben oder am sonstigen Wahlpflichtangebot teilnehmen.

Bereits vor Corona wurde für die Kommunikation der Lehrerschaft untereinander die Bildungsplattform „Edunite“ genutzt. Nach der bundesweiten Schließung aller Schulen wurde das digitale Angebot auch für die Schülerinnen und Schüler zugänglich gemacht, so dass Aufgaben online zur Verfügung gestellt werden konnten. Auch Videokonferenzen sind in den vergangenen Monaten ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts geworden.

Insgesamt habe man die ungewöhnliche Situation gut gemeistert, dennoch wäre man über eine frühzeitigere Information an der ein oder anderen Stelle dankbar gewesen, um noch effektiver auf die neue Herausforderung reagieren zu können, so Ernst Münz.

Mit Ende des Schuljahres stand auch die Frage im Raum, wie die Abschlussklassen angemessen entlassen werden können. Die Verabschiedung findet nun zeitlich getaktet in Kleingruppen statt.

„Das Schuljahr 2019/2020 wird uns allen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Aus meiner Sicht kann die aktuelle Situation aber auch eine Chance sein, um beispielsweise der Digitalisierung des Schulwesens den schon lange erforderlichen Schub nach vorne zu verleihen“, betont Katja Leikert. Eine Flexibilisierung der Lernformen, die Abwechslung zwischen Präsenz- und Online-Unterricht, könne z.B. auch neue Kapazitäten für Schüler schaffen, die mehr Förderung benötigen. „Als Politik ist es dabei unsere Aufgabe, für die passenden Rahmenbedingungen zu sorgen. Das tut der Bund, u.a. mit dem 500-Millionen-Programm für die Anschaffung von digitalen Endgeräten für Schülerinnen und Schüler, die sich nicht mal eben schnell ein neues Tablet leisten können. Allen Lehrerinnen und Lehrern danke ich für ihren enormen Einsatz in den vergangenen Monaten. Der organisatorische Aufwand, der hinter einem solchen Sprung ins kalte Wasser steckt, ist immens hoch und wird dennoch in der öffentlichen Diskussion oft nicht honoriert.“

 

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