Handwerk ist bislang recht gut durch die Krise gekommen – warnt aber vor Euphorie

Im Rahmen ihrer Sommertour hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert bei der Kreishandwerkerschaft Hanau Station gemacht. Dort nutzte sie die Gelegenheit zu einem Kennenlerngespräch mit Nicole Laupus. Bereits seit  März leitet die Bruchköblerin die Geschicke des Branchenverbandes – zunächst kommissarisch, ehe sie bei der Jahreshauptversammlung Anfang Juli auch offiziell zur neuen Geschäftsführerin gewählt wurde. Gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Martin Gutmann und dessen Stellvertreter Andreas Schreiner berichtete Laupus im Gespräch mit Leikert, wie das regionale Handwerk die Corona-Krise bislang gemeistert hat und welche Herausforderungen in den kommenden Monaten warten.

Wie Gutmann erläuterte, sei die Mehrzahl der Betriebe bislang verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen. Die Neubauprojekte seien auch in der Krise weitergeführt worden, auch die meisten Altaufträge seien normal abgearbeitet worden. Gutmann warnte allerdings vor allzu großer Euphorie: „Aus Erfahrung wissen wir, dass negative Entwicklungen im Industriebereich das Handwerk erst mit einigen Monaten Verspätung treffen, wenn das Geld für Neuinvestitionen nicht mehr da ist.“ Stärker betroffen seien schon jetzt einzelne Branchen, wie beispielsweise Frisöre, Messebauer oder der KFZ-Bereich (im Verkauf).

Rückläufig sei die Zahl der Lehrlinge ergänzte Laupus. Derzeit gebe es 20 Azubis weniger als im Vorjahr im Zuständigkeitsbereich der Kreishandwerkerschaft Hanau, so die Geschäftsführerin. Ein Grund dafür liege sicherlich auch an der nur eingeschränkten Planungssicherheit, mit der sich viele Betriebe konfrontiert sehen.

Abseits von Corona habe es in den vergangenen Monaten allerdings auch eine Reihe von positiven Entwicklungen gegeben, betonte Gutmann. So sei die Rückkehr zur Meisterpflicht für zwölf Gewerke, für die sich auch Katja Leikert politisch in Berlin und Brüssel eingesetzt hat, ein „Signal in die richtige Richtung“, so der Kreishandwerksmeister. Auch das Meister-BAföG und die Meister-Prämie helfen dabei, die Attraktivität der Branche zu steigern.

Katja Leikert bedankte sich für die Einblicke. „Das deutsche Handwerk genießt auch international einen hervorragenden Ruf und setzt hohe Standards. Deswegen freue ich mich sehr, dass der Meisterbrief als Qualitätssiegel ein Comeback erlebt und dass sich der Einsatz von politischer Seite gelohnt hat.“

 

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