Das Ziel: Mehr junge Menschen für Pflegeberufe begeistern

Der Corona-Virus hat auch den Alltag im St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau in den vergangenen Monaten bestimmt. Dennoch stand bei einem Besuch der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert ausnahmsweise nicht die Pandemie, sondern das Thema Ausbildung im Fokus. Geschäftsführer Michael Sammet und Pflegedirektorin Jutta Berg berichteten über die Einführung der neuen generalistischen Pflegeausbildung, die am 1. Oktober auch in der Brüder-Grimm-Stadt startet, sowie über die Akademisierung der Hebammenausbildung, die seit diesem Jahr das Absolvieren eines Bachelor-Studiums umfasst.

Katja Leikert nutzte die Gelegenheit, um sich beim Team des Vinzenz-Krankenhauses stellvertretend für viele tausend Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte im ganzen Land zu bedanken. In der Krise sei besonders deutlich geworden, wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem sowie insbesondere gut geschultes Fachpersonal seien. Einig war man sich, dass es statt gut gemeintem Applaus aber seitens der Politik weiterhin mehr Einsatz für die Pflege bedarf  – auch, um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern.

Ein Schlüssel dazu soll die generalistische Pflegeausbildung sein, die die drei bisherigen Pflegefachberufe (Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege) unter einem Dach zusammenführt. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen sei in diesem Jahr leicht gestiegen, berichtete Jutta Berg und wies darauf hin, dass sich das St. Vinzenz-Krankenhaus mit dem Klinikum Hanau sowie der Vereinten Martin-Luther-Stiftung in enger Abstimmung befindet und man den regelmäßigen Austausch sucht, um dem Pflegenachwuchs eine möglichst umfassende Ausbildung zu ermöglichen und den Gesundheitsstandort Hanau insgesamt zu stärken. Wie sich das Konzept der Generalistik in der Praxis bewähre, müsse die Zukunft zeigen.

Wer den Beruf der Hebamme ergreifen möchte, muss seit diesem Jahr ein Bachelor-Studium absolvieren. Damit folgt Deutschland seinen europäischen Nachbarn. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Problemen gekommen, da der berufsschulische Abschluss von Hebammen innerhalb der EU nicht mehr automatisch anerkannt wird. Gemeinsam mit dem Klinikum Hanau und dem Gesundheitszentrum Wetterau bietet das St. Vinzenz-Krankenhaus zudem die Möglichkeit eines Dualen Studiums der Hebammenkunde an der Hochschule Fulda an. Sechs der insgesamt 30 Studienplätze pro Ausbildungsjahrgang sind auf das duale Studium mit Anstellung in den drei „Mutterhäusern“ ausgelegt. So verdienen die dualen Studierenden ab dem ersten Tag der Ausbildung Geld – angelehnt an die Ausbildungsvergütung in der Pflege. Die Praxisphase beginnt ab dem zweiten Semester. Auch hier sei die Bewerberlage gut, informierten Berg und Sammet und hoben hervor, wie wichtig eine qualifizierte Ausbildung für Hebammen sei.

Insgesamt wünschen sich alle Gesprächsteilnehmer mehr Wertschätzung für Pflegeberufe. Katja Leikert versprach, sich in Berlin dafür einzusetzen.

 

 

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