Warum der Krieg in der Ukraine für ein Steinauer Unternehmen ganz nah ist

Ob automatische Heckklappenöffnung, Gurtschlossschalter oder Airbag – ein Stück Technik von ODW-Elektrik steckt in fast jedem Fahrzeug. Als Entwicklungspartner und Lieferant der internationalen Automobilindustrie und deren Systemlieferanten hat sich das Unternehmen mit Sitz in Steinau seit seiner Gründung im Jahr 1970 einen Namen gemacht. Das Produktportfolio umfasst konfektionierte Kabel und Leitungen, Magnetspulen und mechatronische Systeme; zu den Auftraggebern gehören u.a. Bosch, Brose oder VW. Bei einem Besuch informierten sich die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert und Gabriele Stenger, Landratskandidatin der CDU Main-Kinzig, über den erfolgreichen Mittelständler.

Begleitet wurden sie dabei von Christian Zimmermann, Bürgermeister der Stadt Steinau, Ludwig Bathon als Vertreter der CDU Steinau und Uwe Häuser, stellvertretender Vorsitzender der CDU Main-Kinzig. Von Unternehmensseite nahmen neben Alexander Med, Gesellschafter und Kaufmännischer Leiter, und Geschäftsführer Martin Ehret auch Petra Hildebrandt, Gesellschafterin und stellvertretende Leiterin der Finanzbuchhaltung, sowie Michael Traud, Geschäftsführer des ODW-Werks in der Ukraine teil.

Weltweit sind rund 2800 Mitarbeiter bei ODW-Elektrik beschäftigt, 244 davon in der Zentrale in Steinau. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat sich aber auch der Arbeitsalltag am ODW-Stammsitz verändert. Jeder Tag beginnt mit der Bewertung der aktuellen Bedrohungslage am Standort in Novyj Rodzil. Rund 1200 Menschen arbeiten hier; circa ein Drittel des Umsatzes wird dort erwirtschaftet. Das Werk in der Ukraine ist der größte der fünf ODW-Standorte – neben Steinau gibt es zudem Niederlassungen in Ungarn, Nordmazedonien und Mexico.

Die Produktion in Novyj Rodzil laufe aktuell im Rahmen der Umstände normal weiter. Zur neuen „Normalität“ gehören aber nun eben auch Schutzräume für die Mitarbeiter und Fliegeralarme. Als Familienunternehmen stehe man in der Verantwortung und wolle den Betrieb in der Ukraine unbedingt aufrechterhalten, betonte Martin Ehret. Nicht nur in der aktuellen Situation, sondern auch mit Blick auf den Wiederaufbau des Landes sei es wichtig, dass die Menschen dort in Lohn und Brot stünden. Zur Wahrheit gehöre allerdings auch, dass der Druck auf Verlagerung der Produktion aufgrund von Sicherheitsbedenken zunehmend wachse. Den Standort – an dem mittlerweile rund 90 Prozent Frauen arbeiten – einfach aufgeben oder andernorts neu aufbauen will man dennoch nicht. Bislang habe es keine Produktionsausfälle oder Verzögerungen gegeben, da das Personal dort sehr qualifiziert und motiviert sei.

„Es ist bewundernswert, wie Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen schwierigen Spagat meistern“, betonte Katja Leikert und hob hervor, dass auch die Bundesregierung Haltung zeigen und deutsche Firmen, die in der Ukraine unternehmerisch tätig seien, unterstützen müsse. Auch Gabriele Stenger zeigte sich von den Schilderungen aus der Ukraine beeindruckt und lobte die große soziale Verantwortung, die ODW für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehme. Außerdem hob sie hervor, dass ihr der heimische Mittelstand sehr am Herzen liege und das Thema Wirtschaftsförderung darum einen sehr wichtigen Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit bilde. Aufgabe des Main-Kinzig-Kreises müsse es sein, Unternehmen ein gutes Umfeld zu bieten, das attraktiv für Firmen sowie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei. Dafür will sie sich als Landrätin einsetzen.

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