Bis zu 100.000 Euro mehr für Bad Hersfeld, keine Bundesförderung für Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele: Kritik von Leikert und Oehl

Bis zu 100.000 Euro zusätzlich erhalten die Bad Hersfelder Festspiele von Seiten des Bundes – das ist das Ergebnis der so genannten „Bereinigungssitzung“ des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages in der vergangenen Woche. Bei den beiden Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Hanau, Dr. Katja Leikert (CDU) und Lennard Oehl (SPD), ruft diese Entscheidung gemischte Gefühle hervor. Denn während die finanzielle Unterstützung aus Berlin für die Bad Hersfelder Festspiele um weitere 100.000 Euro auf nun 870.000 Euro sogar noch aufgestockt wurde, gehen die Brüder-Grimm-Festspiele Hanau weiterhin leider komplett leer aus.

Parteiübergreifend hatten sich Leikert und Oehl bei Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis90/Die Grünen) schon vor Monaten für eine Förderung der Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele durch den Bund eingesetzt. Leider war die Bitte der beiden heimischen Abgeordneten negativ beschieden worden – unter anderem mit Hinweis auf die fehlende „nationale Bedeutung“ der Brüder-Grimm-Festspiele. In einem gemeinsamen Schreiben an Claudia Roth hatten Leikert und Oehl darauf hingewiesen, dass es vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar sei, dass die Bad Hersfelder Festspiele, die nur geringfügig mehr Zuschauer – bei weniger Neuproduktionen – zählen, zugleich mit 770.000 Euro seitens des Bundes gefördert werden. Roth hatte daraufhin argumentiert, dass die Bad Hersfelder Festspiele im Rahmen der Zonenrandförderung in die entsprechenden Bundesprogramme aufgenommen worden seien.

Auch das Land Hessen fördert die beiden Festspiele sehr unterschiedlich. So erhält Bad Hersfeld 770.000 Euro zusätzlich zur Bundesförderung, Hanau lediglich 70.000 Euro.

Die aktuelle Entscheidung des Haushaltsausschusses stößt bei Leikert und Oehl nun ebenso auf Unverständnis. Ohne die Qualität der Bad Hersfelder Festspiele herabwürdigen zu wollen, zeigen sich beide von der aus ihrer Sicht einseitigen Prioritätensetzung enttäuscht. „Es wäre ein wichtiges Zeichen gewesen, die Hanauer Brüder-Grimm-Festspiele, die Jahr für Jahr viele Menschen zusammenbringen, das Erbe der Brüder Grimm pflegen und unter der Leitung von Intendant Frank-Lorenz Engel für hohe künstlerische Qualität stehen, auch mit Bundesgeld zu fördern. Aber wir bleiben am Ball: Gemeinsam werden wir uns auch weiterhin dafür einsetzen und in Berlin dafür werben, dass künftig auch die Brüder-Grimm-Festspiele von Seiten des Bundes finanziell unterstützt werden. Gerne laden wir Kulturstaatsministerin Claudia Roth im Rahmen der nächsten Festspielsaison auch persönlich nach Hanau ein“, so Leikert und Oehl.

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