Bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an

9. Juni 2016
2016-06-09 Dr. Katja Leikert - Schlaganfallversorgung Hanau

Dr. Katja Leikert (1.v.r.) bei ihrem Besuch der Stroke Unit im Klinikum Hanau

 

Dr. Katja Leikert informiert sich über Schlaganfallversorgung im Klinikum Hanau

Bei einem Besuch im Klinikum Hanau konnte sich die Bundestagsabgeordnete für Hanau und Region, Dr. Katja Leikert (CDU), über die Versorgung von Schlaganfallpatienten informieren. Bei einem Rundgang durch die Station haben Dr. Sven Thonke und Dr. Mario Abruscato mit ihrem Team der Bundestagsabgeordneten den kompletten Ablauf einer Schlaganfallversorgung vorgestellt. „Dabei wurde mir auf eindrucksvolle Weise vor Augen geführt, dass es bei einem Schlaganfall auf jede Minute ankommt. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass es in Hanau eine Versorgung auf höchstem Niveau gibt“, so Katja Leikert.

Die Stroke Unit im Klinikum Hanau wurde jüngst modernisiert, technisch aufgerüstet und verfügt jetzt außerdem über eine höhere Kapazität. Die sogenannte Stroke Unit ist eine Spezialstation, in der  Schlaganfall-Patienten in einem multiprofessionellen Team bestehend aus Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Neuropsychologen behandelt werden. Mit der Einführung des Thrombektomie-Verfahrens ist die entsprechende Abteilung im Klinikum Hanau für die Versorgung der Patienten noch einmal verbessert worden. Die Thrombektomie ist ein Verfahren, mit dem Blutgerinnsel durch einen Katheter (sog. „Stent-Retriever“) mechanisch entfernt werden können und ergänzt die medikamentöse Behandlung zum Auflösen von Blutgerinnseln (Thrombolysetherapie), die bei den meisten Schlaganfällen einen akuten Gefäßverschluss verursachen. Damit lassen sich für viele Betroffene  schlimme Schädigungen des Gehirns verringern und bleibende Behinderungen vermindern oder sogar ganz abwenden. Insbesondere Patienten mit einem schweren Schlaganfall sollten möglichst direkt und so schnell wie möglich in ein Zentrum mit der Möglichkeit der Thrombektomie transportiert werden.

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Europa, rund 270.000 Menschen allein in Deutschland erleiden jährlich einen Schlaganfall. Rund 70 Prozent bleiben später in ihren Fähigkeiten eingeschränkt. Besondere Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind: Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes, Bluthochdruck, und erhöhte Blutfette. Im Klinikum Hanau werden jährlich mehr als 1.000 Patienten mit einem akuten Schlaganfall diagnostiziert und behandelt. Dem frühen Erkennen von Schlaganfallsymptomen kommt eine enorme Bedeutung zu, um schnellstmöglich den Rettungsdienst benachrichtigen zu können. Ein kurzer Funktions-Test erleichtert Schlaganfalldiagnose durch Patienten oder ihre Angehörigen. Ein herabhängender Mundwinkel, bewegungslose Extremitäten und eine unklare Sprache können eindeutige Symptome für einen Schlaganfall sein. Nach einem Schlaganfall sollten Patienten so schnell wie möglich mit dem Rettungsdienst in ein Schlaganfallzentrum gebracht werden.

Wie Leikert erfuhr, werden mehr als 50 Prozent aller Patienten im Main-Kinzig-Kreis mit einem akuten Schlaganfall im Schlaganfallzentrum des Klinikums Hanau behandelt. Es ist kreisweit die einzige zertifizierte Stroke Unit. Eine solche Zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe verlangt eine hohe neurologische, radiologische, kardiologische, intensivmedizinische und gefäßchirurgische Kompetenz. Mittlerweile gibt es deutschlandweit mehr als 250 solcher zertifizierter Spezialeinheiten.

Als Mitglied im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages legt Katja Leikert großen Wert auf einen regelmäßigen Austausch mit verschiedenen Vertretern aus der medizinischen Praxis. Leikert bedankte sich abschließend bei Dr. Sven Thonke und Dr. Mario Abruscato und deren Team für die Einblicke in die Schlaganfallversorgung im Klinikum Hanau. „Ich freue mich, dass wir in unserer Region mit der Stroke Unit im Klinikum Hanau bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten so gut aufgestellt sind“, erklärt Leikert zu ihrem Besuch.